
Die Einhard-Stiftung zu Seligenstadt vergibt bekanntlich den mit 10.000 Euro dotierten Einhard-Literaturpreis für herausragende Biografien, in Würdigung Einhards als Biograf Karls des Großen. Seit dem Jahr 1999 wird er meist im Zweijahresrhythmus verliehen, bislang an neun männliche und an drei weibliche Schriftstellende. In diesem Jahr kommt die vierte Frau dazu, die Historikerin Ulinka Rublack erhält den Preis für ihre mitreißende Dürer Biografie „Dürer im Zeitalter der Wunder“. Dem auswählenden Kuratorium gehören Prof. Dr. Frank Rexroth (Professor für Neuerer Geschichte an der Universität Göttingen), Prof. Dr. Julia Voss (Kunsthistorikerin am Historischen Museum in Berlin) und Patrick Bahners (Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) an.

Im Vorfeld zur Stifter-Veranstaltung mit offizieller Verleihung im Riesen fand im Rathaus ein städtischer Empfang zu Ehren der Preisträgerin 2025 statt. Im Zuge dessen hat sich die Tübingerin Ulinka Rublack in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Anschließend bekam sie die Ehre des Löffeltrunks durch die Ordensbruderschaft vom Steyffen Löffel zu Seligenstadt. Musikalisch sorgte der Seligenstädter Singersongwriter Sven Garrecht für den richtigen Lokalkolorit und löste bei der Preisträgerin wie auch bei allen Anwesenden große Begeisterung aus.

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian hob in seiner Rede die Bedeutung Einhards für Seligenstadt hervor und die Preisträgerin zeigte sich hoch erfreut, dass er nach wie vor so präsent ist. Ulinka Rublack betonte wie spürbar in Seligenstadt die Verbundenheit mit ihrer Geschichte sei, sie habe sich vom ersten Moment an wohl in dieser besonderen Stadt gefühlt. In ihrer Rede gab sie einen kurzen Einblick im Leben Albrecht Dürers in Nürnberg zu Zeiten der Reformation.
Als Präsent und Erinnerung an diesen Tag überreichte Bürgermeister Dr. Daniell Bastian der Preisträgerin eine Jubiläumsmünze, 1200 Jahr Kloster und 100 Jahr Basilika Minor.

Ulinka Rublack, geboren 1967 in Tübingen, lehrt seit 1996 Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit in Cambridge. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Genderstudien, Materialitätsgeschichte und Fragen der kulturellen Identität. 2019 wurde sie mit dem Preis des Historischen Kollegs ausgezeichnet. Mit Ihrem Werk „Dürer im Zeitalter der Wunder – Kunst und Gesellschaft an der Schwelle zur globalen Welt“ kommt der Einhard-Preis hinzu. Die Auszeichnung erinnert an den Biografen Karls des Großen, Einhard, und soll die Bedeutung seines literarischen Werkes würdigen.